Bava Metzia 183

Kapitel 183

א ומהלך כעושה מעשה דמי:
1 und das Gehen gleicht dem Arbeiten.
ב ובחמור כשהיא פורקת: כשהיא פורקת מהיכן אכלה אימא עד שתהא פורקת תנינא להא דתנו רבנן חמור וגמל אוכלים ממשאוי שעל גביהן ובלבד שלא יטול בידו ויאכילם
2 E<small>BENSO EIN</small> E<small>SEL, WENN ER ABGELADEN WIRD</small>. Wovon sollte er, wenn er abgeladen wird, fressen!? — Lies: bis er abgeladenwird. Wir lernen also das, was die Rabbanan gelehrt haben: Ein Esel und ein Kamel dürfen von dem fressen, was sie auf dem Rücken haben, nur darf man nicht mit der Hand nehmen und ihnen zu fressen geben.
ג <big><strong>מתני׳</strong></big> אוכל פועל קישות אפילו בדינר כותבת ואפילו בדינר ר' אלעזר חסמא אומר לא יאכל פועל יתר על שכרו וחכמים מתירין אבל מלמדין את האדם שלא יהא רעבתן ויהא סותם את הפתח בפניו
3 <b>D</b><small>ER</small> L<small>ÖHNER DARF SOGAR FÜR EINEN</small> D<small>ENAR</small> G<small>URKEN AUFESSEN, SOGAR FÜR EINEN</small> D<small>ENAR GETROCKNETE</small> D<small>ATTELN</small>. R. E<small>LEA͑ZAR</small> Ḥ<small>ASMA SAGT, DER</small> L<small>ÖHNER DÜRFE NICHT MEHR ESSEN ALS SEIN</small> L<small>OHN BETRÄGT</small>. D<small>IE</small> W<small>EISEN ERLAUBEN DIES; DOCH BELEHRE MAN EINEN</small> M<small>ENSCHEN, KEIN</small> F<small>RESSER ZU SEIN, DENN ER WÜRDE DIE</small> T<small>ÜR VOR SICH ABSCHLIESSEN</small>.
ד <big><strong>גמ׳</strong></big> חכמים היינו תנא קמא איכא בינייהו אבל מלמדין לתנא קמא לית ליה מלמדין לרבנן אית להו מלמדין
4 GEMARA. Die Weisen lehren ja dasselbe, was der erste Autor!? — Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen hinsichtlich der Belehrung; der erste Autor hält nichts von der Belehrung, die Weisen halten wohl von der Belehrung.
ה איבעית אימא איכא בינייהו דרב אסי דאמר רב אסי אפילו לא שכרו אלא לבצור אשכול אחד אוכלו ואמר רב אסי אפילו לא בצר אלא אשכול אחד אוכלו
5 Wenn du aber willst, sage ich: einen Unterschied gibt es zwischen ihnen hinsichtlich einer Lehre R. Asis, denn R. Asi sagte: Selbst wenn er ihn gemietet hat, nur eine Rebe zu winzern, darf er sie aufessen. Ferner sagte R. Asi: Selbst wenn er nur eine Rebe gewinzerthat, darf er sie aufessen.
ו וצריכא דאי אשמעינן הך קמייתא משום דלא איכא למיתב לכליו של בעל הבית אבל היכא דאיכא למיתב לכליו של בעל הבית אימא ליתב ברישא והדר ליכול
6 Und beides ist nötig. Würde er nur das erste gelehrt haben, so könnte man glauben, weil nichts zurückbleibt, in das Gefäß des Eigentümerszu legen, wenn aber vorhanden ist, in das Gefäß des Eigentümerszu legen, lege er es zuerst hinein und esse nachher.
ז ואי אשמעינן בהא דאפשר לקיומי לבסוף אבל היכא דלא אפשר לקיומי לבסוף אימא לא צריכא
7 Und würde er nur das andere gelehrt haben, so könnte man glauben, weil er später hineinlegenkann, nicht aber, wenn er später nichts hineinlegenkann. Daher ist beides nötig.
ח איבעית אימא איכא בינייהו דרב דאמר רב מצאתי מגילת סתרים בי רבי חייא וכתוב בה איסי בן יהודה אומר (דברים כג, כה) כי תבא בכרם רעך בביאת כל אדם הכתוב מדבר
8 Wenn du aber willst, sage ich: ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich einer Lehre Rabhs. Rabh sagte nämlich, er habe bei R. Ḥija eine Geheimrollegefunden, in der geschrieben stand: Isi b. Jehuda erklärte: <i>Wenn du in den Weinberg deines Nächsten kommst</i>, die Schrift spricht von jedem Menschender hineinkommt.
ט ואמר רב לא שבק איסי חיי לכל בריה
9 Hierzu sagte Rabh: Isi läßt keinem Menschen seinen Lebensunterhalt.
י אמר רב אשי אמריתה לשמעתא קמיה דרב כהנא דלמא בעושין בסעודתם דעבדו ואכלו אמר לי אפילו הכי ניחא ליה לאיניש לאוגר אגורי וניקטפיה לפרדיסיה ולא ניתו כולי עלמא ואכלו ליה
10 R. Aši sagte: Ich trug diese Lehre R. Kahana vor, und er erwiderte mir: vielleicht in dem Falle, wenn sie für das Essenarbeiten. — Und die Rabbanan? — Jeder mietet lieber Arbeiter, die ihm den Obstgarten pflücken, als daß alle Welt komme und ihn aufesse.
יא איבעיא להו פועל משלו הוא אוכל או משל שמים הוא אוכל
11 Sie fragten: Ißt der Löhner seinesoder des Himmels? —
יב למאי נפקא מינה דאמר תנו לאשתי ובני אי אמרת משלו הוא אוכל יהבינן להו אלא אי אמרת משל שמים הוא אוכל לדידיה זכי ליה רחמנא לאשתו ובניו לא זכי להו רחמנא מאי
12 In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? — Wenn er sagt, daß man es seiner Frau und seinen Kindern gehe; wenn du sagst, er esse seines, so gehe man es ihnen, wenn du aber sagst, er esse des Himmels, so hat der Allbarmherzige es nur ihm selbst zuerkannt, nicht aber seiner Frau und seinen Kindern. —
יג תא שמע אוכל פועל קישות ואפילו בדינר כותבת ואפילו בדינר אי אמרת משלו הוא אוכל אוגיר בדנקא אכיל בזוזא ואלא מאי משל שמים הוא אוכל סוף סוף אוגיר בדנקא אכיל בזוזא אלא מאי אית לך למימר רחמנא זכי ליה הכא נמי רחמנא זכי ליה
13 Komm und höre: Der Löhner darf sogar für einen Denar Gurken aufessen, sogar für einen Denar Datteln. Wieso dürfte er nun, wenn du sagen wolltest, er esse seines, für einen Zuz essen, wenn er für ein Danakagemietet ist!? — Auch wenn er des Himmels ißt, ist ja ebenfalls einzuwenden: er ist für ein Danaka gemietet und ißt für einen Zuz!? Du mußt also erklären, der Allbarmherzige hat es ihm zugesprochen, ebenso hat es ihm der Allbarmherzige auch in diesem Falle zugesprochen. —
יד תא שמע ר' אלעזר חסמא אומר לא יאכל פועל יותר על שכרו וחכמים מתירין מאי לאו בהא קמיפלגי דמר סבר משלו הוא אוכל ומר סבר משל שמים הוא אוכל
14 Komm und höre: R. Elea͑zar Ḥasma sagt, der Löhner dürfe nicht mehr essen als sein Lohn beträgt. Die Weisen erlauben dies. Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: nach der einen Ansicht ißt er seinesund nach der anderen Ansicht ißt er des Himmels. —
טו לא דכולי עלמא משלו הוא אוכל והכא בכנפשך קמיפלגי מר סבר כנפשך בדבר שמוסר נפשו עליו
15 Nein, alle sind der Ansicht, er esse seines, und sie streiten vielmehr über [das Wort] <i>nach deinem Belieben</i>, nach der einen Ansicht ist auszulegen: <i>nach deinem Belieben</i>, soweit er sein Beliebenopfert,
טז ומר סבר כנפשך מה נפשך אם חסמת פטור אף פועל אם חסמת פטור
16 und nach der anderen Ansicht ist auszulegen: <i>nach deinem Belieben</i>, wie du freibist, wenn du dir das Maul schließest, ebenso ist man wegen des Maulschließens des Löhners frei. —
יז תא שמע נזיר שאמר תנו (לאשתו ובניו) אין שומעין לו ואי אמרת משלו הוא אוכל אמאי אין שומעין לו התם משום לך לך אמרין נזירא סחור סחור לכרמא לא תקרב
17 Komm und höre: Wenn ein Nazirgesagt hat, daß man sieseiner Frau und seinen Kindern gebe, so höre man nicht auf ihn. Weshalb höre man nicht auf ihn, wenn du sagen wolltest, er esse seines? — Aus dem Grunde, weil man zu sagen pflegt: Weiter, weiter, Nazir, herum, herum, nähere dich nicht dem Weinberge. —
יח תא שמע פועל שאמר תנו לאשתי ובני אין שומעין לו ואי אמרת משלו הוא אוכל אמאי אין שומעין לו מאי פועל נזיר והתניא נזיר והתניא פועל מידי גבי הדדי תניין
18 Komm und höre: Wenn ein Löhner sagt, daß man sieseiner Frau und seinen Kindern gebe, so höre man nicht auf ihn. Weshalb höre man nicht auf ihn, wenn du sagen wolltest, er esse seines? — Unter Löhner ist ein Nazir zu verstehen. — Es wird ja aber vom Nazir besonders und vom Löhner besonders gelehrt!? — Wird denn beides nebeneinander gelehrt!? —
יט תא שמע מנין לפועל שאמר תנו לאשתי ובני שאין שומעין לו שנאמר (דברים כג, כה) ואל כליך לא תתן וכי תימא הכי נמי נזיר אי הכי משום אל כליך לא תתן משום לך לך אמרין נזירא הוא
19 Komm und höre: Woher, daß man auf den Löhner nicht höre, wenn er sagt, daß man es seiner Frau und seinen Kindern gebe? Es heißt:<i>aber in dein Gefäß darfst du nichts tun</i>. Wolltest du sagen, hier werde ebenfalls von einem Nazir gesprochen, so braucht dies ja nicht entnommen zu werden aus [den Worten]: <i>aber in dein Gefäß darfst du nichts tun</i>, sondern weil man zu sagen pflegt: Weiter, weiter, Nazir!? —
כ אין הכי נמי ואיידי דקתני לה בלשון פועל קא נסיב לה קרא דפועל
20 Dem ist auch so, da er aber von diesem als Löhner spricht, so führt er den Schriftvers vom Löhner an. —
כא תא שמע השוכר את הפועל לקצות בתאנים
21 Komm und höre: Wenn jemand einen Löhner zum Trocknen von Feigen mietet,